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Von Ladies, Damenflinten und den besseren Schützen
„Only fast women shoot..” mit dieser wenig schmeichelhaften Bemerkung, diskreditierte Königin Victoria alle Damen der Gesellschaft als leichte Mädchen ,die es wagten, ihren edlen Göttergatten auf den großen Jagden Paroli zu bieten.Trotz vielen hunderten Schüssen pro Tag, unzweckmäßiger Bekleidung und dummen Vorurteilen schafften es einige Frauen sich hier durchzusetzen.
Die mondäne Fürstin Daisy von Pless ließ sich von „der alten Jungfer Victoria“ nicht das Vergnügen verderben und schoss auch in England ihre Fasane und brachte den gentlemen ganz nebenbei das Wort Emanzipation bei.
In Amerika, dass nicht weniger prüde, gleichwohl weniger elegant, war, traten Kunstschützinnen auf, die mit Kugel und Schrot den Männern ein wenig vom ewigen Traum der männlichen Vorherrschaft wegkratzten.Neben der berühmten Annie Oakly traten auch eher robuste Damen wie Plinky Topperwein auf. Zusammen mit ihrem Mann sorgten sie für Staunen im Publikum.
Diese Ladies und ihre Leistungen waren allesamt so beeindruckend, dass sich heute noch begeisterte Fans dieser Zeit in Schale werfen, um mit Waffen aus diesen Perioden eine Menge Spass zu haben. http://www.vintagers.org/
Wie gut, dass sich Frauen heute nicht mehr mit Vorurteilen, überheblichen Männern und unpassender Ausrüstung herumquälen müssen... oder etwa doch?
Frauen schiessen genauso gut wie Männer! Wenn man ihnen die Chance dazu gibt sogar besser !
Die Damen haben es wesentlich leichter das Flintenschiessen zu erlernen.Sie stehen sich nicht mit dem „John Wayne Komplex“ selbst im Weg und müssen niemandem was beweisen.Sie sind (fast) ideale Schüler, weil für sie das Treffen der Taube und der Spass dabei im Vordergrund steht.
Warum die Flinte funktioniert und wie, ist Frauen meist gleichgültig. Was zählt ,ist der Treffer.Dabei berauben sie sich so schöner technischer Ausreden, wie „der Abzug ist mir zu hart..., der Choke zu eng..., die Schiene reflektiert...“
Tja , den Damen geht’s eben ums wesentliche!
Und dabei versuchen die Herren doch soviel ,um es dem hübscheren Geschlecht einfach zu machen.Man gibt Ihnen die alte abgelegte Flinte , kürzt den Schaft auf Schlumpfgröße und drückt Mutti noch die langsamste Patrone in die Hand, die man finden kann. Natürlich nur, weil die 36 gr Ladung beim ersten Schuß, der Novizin den Spass an der Sache fast sofort genommen hat.
„Hach, was haben wir gelacht!“ spricht der Stammtisch...
Und dann gibt Papi noch mal eine Demonstration seiner eigenen Kunst und erklärt kategorisch: „so geht’s und nu mach mal!“
Gestatten Sie mir eine etwas andere Methode vorzuschlagen:
Zuerst sollte bei der Neuschützin die vorherrschende Augendominanz festgestellt werden.
Ist dies das linke Auge bei einer Rechtshänderin kann man auch gleich mit dem linksschießen beginnen oder die Schießbrille entsprechend anpassen.
Mütze ,Brille, passende Schießweste und moderner Ohrenschutz sind natürlich ein Muß.
Und die Waffe?
Die Länge des Schaftes wird ausschlaggebend sein, wie später getroffen wird und wie der Rückstoß empfunden wird.
Den Schaft einfach zu kürzen ist zwar beliebt, aber deswegen nicht unbedingt richtig.Der Schaft sollte immer so lang sein, dass Überkopftauben noch geschossen werden können ,ohne dass dabei der Zwischenraum rechte Daumenwurzel und Nasenspitze beim Anschlag weniger als zwei Finger breit wird (eine Faustregel die somit relativ ist).
Am Anfang steht immer Kaliber 12 mit einer moderaten, aber keiner zu langsamen Patrone mit 24 gr Vorlage. Waffengewicht und Vorlage sollten gut harmonieren.Eine leichte 20er wird zwar gerne empfohlen und hebt sich für die Anfängerin verführerisch leicht , doch darf der stärkere Rückstoß dabei nicht ausser Acht gelassen werden.Wenn dann erst eine gewisse Routine und Sicherheit entstanden ist, kann man eine 20er ausprobieren, immer unter der Gefahr, dass dies elegante Gewehrchen dann auch sofort in den Besitz der schießenden Dame überwechselt.
Schießhandschuhe für die linke Hand geben bei schlanken Händen mehr Halt.
Nun beginne man mit einfachen Tauben, noch besser mit Rollhasen.
Man vergesse nicht, dass Treffen Spass machten soll! Die obligate Traptaube spare man sich bei der ersten Schießversuchen auf.
Und wie bei allen Dingen ,die man neu erlernt, schaden 50 Ratschläge ,während einer hilft.
Liebe Geschlechtsgenossen:“ Macht Eure Frauen nicht verrückt mit Tips ,die Ihr selber nicht befolgt! Tretet einen Schritt zurück und denkt an die Hauptperson (nicht Ihr!!) dabei!“
Ganz gewiefte Männer, die ihre Frauen zum Schießen bringen wollen, schicken ihre besseren Hälften zu einem Schießlehrer.Warum? Weil man Autofahren auch nicht von Papi lernt und man jede Art von Streit so hervorragend vermeiden kann.
Frauen lernen schneller und sind die angenehmeren (und hübscheren) Schießpartner.Dies als Provokation des Tages.
Und sie nehmen einen schönen Sport nicht so tierisch ernst wie die Herren.
Sie wollen Freude dabei haben und das sollte wohl der Sinn des Ganzen sein! Oder nicht?
Und noch ein Merkspruch:
Flintenschießen war und ist ein gentlemen-sport.
Also sollten wir uns auch als solche beweisen.
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